Erfolg im Web: technische SEO immer wichtiger - HowTo

Während sich 2017 dem Ende entgegen neigt sind viele Webseiten und Shops mit Blick auf die technische SEO noch nicht ansatzweise im Jahr 2016 angekommen. Diese Baustellen werden 2018 wohl zu einem brennenden Problem, denn der Suchmaschinenriese Google zieht mehr und mehr die Daumenschrauben an.


Technische Suchmaschinenoptimierung wird zur Pflicht Technische Suchmaschinenoptimierung wird zur Pflicht pixabay | templune (https://pixabay.com/de/users/Templune-1493489/) CC0

 

Wer im Internet Geld verdienen will, der muss zunächst eines: nämlich gefunden werden. Und beim Suchen werden die potentiellen Kunden immer "fauler". Während man sich 2008 gerne mal noch auf die Seiten 2 und 3 der Google-Suche verirrt hat, klicken die meisten Nutzer heute nur noch auf die ersten 5 Ergebnisse. Hat man die Nutzer einmal soweit, dass sie auf das eigene Ergebnis klicken, passiert bei vielen Seiten erstmal nichts. Der Bildschirm bleibt lange weiß, dann baut sich die Seite auf.

Dass dieses Seitenverhalten nicht nur Nutzer stört, sondern stellvertretend für diese auch Google, wird immer deutlicher. Technisch schlecht optimierte Seiten werden von Google immer härter abgestraft! Und während auf vielen Seiten noch nicht einmal die Basics umgesetzt wurden, brennt Google mit AMP bereits die nächste Stufe der rasanten Entwicklung ab. Während AMP (Accelerated Mobile Pages) den Rahmen dieses Beitrages sprengen würden, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um nochmal einige grundliegende Tipps anzusprechen.

3 Technische SEO-Maßnahmen, die wirklich Pflicht sind

Nr 1. Mobile Geräte zählen! Responsive ist Muss.

Die absolute Pflichtmaßnahme Nr. 1 ist so selbstverständlich, dass man es eigentlich nicht erwähnen muss - denkt man. Stimmt aber nicht. Auch 2017 gibt es noch erstaunlich viele Seiten, die nicht oder nicht richtig für mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets, Phablets) optimiert sind. Wer hier noch eine Baustelle hat, muss wirklich dringend handeln. Denn: Immer mehr Nutzer surfen über Ihre Smartphones etc. Das weiß natürlich auch Google. Während die Mobilfreundlichkeit bis vor Kurzem noch ein Pluspunkt im Ranking war, hat Google hier wohl unterdessen die Vorzeichen umgedreht: Wer keine mobilfreundliche Seite anbietet, wird abgestraft und verliert wichtige Punkte.
Dabei sollte klar sein: Mobilfreundlichkeit erschöpft sich nicht in einem responsiven Layout. Denken Sie auch die Datenübertragung. Insbesondere in Shopsystemen wie dem JTL-Shop 4 o.ä. können zu groß skalierte und unkomprimierte Bilder auf Startseiten schnell zum Datengrab werden - das gilt es unbedingt zu vermeiden. Wer hier einmal testen möchte, wie es um seine Seite so bestellt ist, der kann das hier tun:

https://search.google.com/test/mobile-friendly

 

Nr. 2 Doppelte Inhalte (Duplicate Content) auf jeden Fall vermeiden

Dass zusammenkopierte Inhalte keine gute Qualität ergeben, weiß mittlerweile auch K-T zu Guttenberg. Jeder weiß, dass wir uns nicht gerne 5 mal das Gleiche ansehen möchten und diese Erfahrung extrem frustrierend ist. Und Suchmaschinen versuchen bei Ihren Bewertungen eben diese menschlichen Bewertungen zu berücksichtigen. Denn Duplicate Content bietet Besuchern schlicht keinen Mehrwert, die Seite ist den Besuch nicht wert.

Duplicate Content führt nicht gleich dazu, dass Google eine Seite als Spam abtut. Ein gewisser Grad an doppelten Inhalten ist sicher unvermeidbar, denken wir nur einmal an Footer, Crossellinggruppen usw.. Google scheint jedoch immer besser zwischen generischem und organischem Content unterscheiden zu können. Sorgen Sie dafür, dass Suchmaschinen Ihre Seiteninhalte nicht als wertlos abtut. Sorgen Sie für saubere und hochwertige Inhalte, auch über verschiedene Marktplätze hinweg.

Was hat das aber mit technischer SEO zu tun? Ganz einfach doppelte Inhalte können recht einfach auch versehentlich entstehen.

Dies scheinen die häufigsten technischen DC Fehler zu sein:

  1. Webseite ist über www und non-www Version erreichbar. Also zum Beispiel über www.ihreseite.bsp und ihreseite.bsp. Grundsätzlich sind das zwei verschiedene Domains. Das führt dazu, dass grds. die ganze Seite doppelt existiert. Wenn Sie nun noch mal mit der www und mal mit der non-www Seite verlinken, haben Sie sich ganz schön ins Knie geschossen. Die Lösung ist jedoch nicht schwer: Mittels URL-Rewrite lassen sich alle Anfrage auf eine der beiden Versionen umschreiben. Die Seite ist dann quasi nur noch über eine Version erreichbar.
  2. Es geistert eine alte Version oder eine Entwicklungsversion durch das Internet, die auch indexiert wird. Hier sollten Sie dringend global die robots auf noindex festlegen.
  3. Keine Canonical-Tags gesetzt. Wenn Sie die gleiche oder fast gleiche Seite über verschiedene URLs zugänglich machen, sollten Sie Cannonical-Tags setzen, die eine Seite als die Hauptressource auszeichnet und somit DC vermeidet. Beispiele hierfür sind insb. Variantenartikel oder URLs die Ansichtseinstellungen als Querystring enthalten oder aber über einen anderen Pfad auf die gleiche Funktion verweisen.

 

Nr. 3 SEF URLs mit Keywords

Verwenden Sie nach Möglichkeit suchmaschinenfreundliche URLs. Vermeiden Sie URLs wie ihreurl.de/index.php?action=page&cat=3&artikel=2 und ähnliche Monster. Nutzen Sie URL-Rewrite Module, um die URls zu glätten. Sorgen Sie dafür, dass die wesentlichen Keywords in der URL vorkommen. Verkaufen Sie einen schwarzen Staubsauger ist ihreurl.de/staubsauger/staubsauger-schwarz-kaufen sicherlich besser als ihreurl.de/cat123/item2212. Jedes anständige CMS und jede Shopsoftware (auch JTL-Shop 4) bieten fertige URL-Rewrite Module, um die URLs zu optimieren. Auf diese Art können Sie viel Optimierungseffekt mit wenig Aufwand erreichen.

Gleichzeitig sollten Sie es tunlichst vermeiden bereits indexierte URLs einfach zu ändern. Der Suchindexeintrag läuft dann ins Leere. Das mag kein User und keine Suchmaschine. Wenn Sie eine URL ändern müssen, fangen Sie die Anfrage ebenfalls mit einem 301 Redirect (permanent) ab und leiten diese gleich an das dauerhaft neue Ziel weiter.

Geschwindigkeit und Sicherheit der Webseite immer wichtiger: Das sollten Sie wirklich beachten

Googles Vorgehen ist altbewährt. Zunächst wird ein neuer Rankingfaktor mit dem Zuckerbrot schmackhaft gemacht, wer dann nicht hört, der bekommt die Peitsche. So ist es auch mit Geschwindigkeit und SSL Verschlüsselung. Langsame Webseiten sorgen dafür, dass Nutzer sofort wieder wegklicken. Worst Case!

Einige erste Schritte:

  • Laden Sie Ihre Seite einmal mit leerem Cache und seien Sie ehrlich zu sich selbst - hat das zu lange gedauert? Klicken Sie sich durch Ihre eigene Seite.
  • Testen Sie Ihre Webseitengeschwindigkeit mit diesem Tool

Wo liegt die Bremse? Klar ist: Sie müssen aktiv werden!

Insbesondere in JTL-Shops kann das Laden der Startseite bei manchen Shops sehr lange dauern. Dabei sollten Sie grundsätzlich zwei Kategorien von Bremsen unterscheiden: serverseitige und durch Sie veranlasste clientseitige. Was ich damit meine ist, dass Bilder zwar meistens recht zügig vom Server übertragen werden, das Laden dieser beim Client aber dennoch lange dauern kann, weil sie zu groß sind und die Verbindung des Clients daran zu arbeiten hat. Andererseits gibt es Inhalte, wie solche, die aus einer Datenbank abgefragt werden müssen  oder die serverseitig gerendert werden müssen. Wenn der Server zu wenig Leistung hat, kann das lange Zeit dauern. Und das sorgt für eine ordentliche Talfahrt. Egal welche Art von Problem vorliegt: Sie müssen hier tätig werden. Entweder durch Komprimierung und Reduzierung von zu großen statischen Inhalten (Fall 1) oder durch performantere Server (Fall 2).

Professionell? Finger weg von Shared Hosting!

Wenn Sie eine Webseite in größerem Umfang betreiben und damit Geld verdienen wollen, kann ich nur empfehlen die Finger von sog. "Shared Hosting" Anbietern zu lassen. Wenn sich 250 Webseiten die Ressourcen eines (schlechten) Servers teilen, verlieren Sie jegliche Kontrolle. Zusätzlich haben Sie eventuell schlechte Nachbarschaft auf dem Server (SPAMer etc.). Informieren Sie sich über anständige Root-Server beim Hoster Ihres Vertrauens.

Hardware geklärt - jetzt kommt die Softwareoptimierung

Ein schneller Server ist ein super Schritt in die richtige Richtung und bringt in den meisten Fällen eine ganze Menge. Dennoch kann das Laden der Webseite durch ein einziges langsames Skript ausgebremst werden. Um solche Fehler zu finden sind die Ergebnisse des oben verlinkten Tools von Google (Pagespeed Insights) wirklich hilfreich.

Diese Schritte sollten Sie unternehmen:

  1. Priorisieren Sie Inhalte "Above the Fold", damit der Nutzer "den ersten Happen Bildschirm" schneller zu Gesicht bekommt.
  2. Vermeiden Sie, wann immer möglich, das synchrone Laden von JavaScript, verwenden Sie die Tags async oder defer
  3. Vermeiden Sie unnötige Scripte. Packen Sie wann immer möglich die Scripte in den Fußbereich der Seite.
  4. Eventuell kann auch das asynchrone Laden von CSS Dateien etwas helfen, dadurch wird das Rendering der Seite nicht mehr aufgehalten.
  5. Geben Sie Bilder insb. in Shopsystemen komprimiert und auf die richtige Größe gerendert aus (80% Qualität  maximal)
  6. Aktivieren Sie die serverseitige Komprimierung von Inhalten

Apache und nginx: PageSpeed Module mod_pagespeed verwenden

Apache Pagespeed ModDie meisten der obenstehenden Änderungen und Optimierungen lassen sich durch die Verwendung eines Addons für Apache und nginx erreichen. Der Unterschied ist oft brachial! Das System ist eine Art Outputfiltering und sorgt dafür, dass die Inhalte richtig und in der richtigen Reihenfolge ankommen. Wer einen Root-Server mit Apache2 oder nginx betreibt sollte die Verwendung des Mods dringend in Betracht ziehen.

Mod PageSpeed

Inhalte näher an den Kunden bewegen: CDN

Insbesondere bei Webseiten, die Kunden aus verschiedenen Regionen der Welt bedienen, kann es sich auch erheblich bemerkbar machen, Inhalte in ein CDN (Content Delivery Network) auszulagern, um die Inhalte breits geographisch näher am Kunden zu halten und so Ladezeiten zu reduzieren. Anbieter wie Cloudflare etc. bieten darüber hinaus einige interessante Features und Sicherheitsaspekte an, die einen Gedanken wert sind.

SSL Verwenden

Vorerst letzter Tipp: Verwenden Sie verschlüsselte Verbindungen auf der gesamten Seite. SSL ist heute wirklich Pflicht. Onlineshops die Inhalte nicht über https ausliefern kann ich bereits nicht mehr ernst nehmen. Also: Geben Sie sich nicht der Lächerlichkeit preis :).

Alles umgesetzt?

Sehr gut! Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Erfahrung mitteilen und eventuell zu diesem kleinen HowTo beitragen. Viel Spaß beim Basteln!

 

Letzte Änderung am Sonntag, 28 Januar 2018 19:27
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